Leonard Guitar Research Project – Zargen und Boden aus verschiedenen Hölzern

Gitarre Boden

„Stauffer“ Boden aus Ahorn

Den größten Einfluß auf den Ton einer Gitarre haben die Bauform und die Decke. Das wollte schon Torres um 1850 zeigen als er eine Gitarre mit Zargen und Boden aus Pappmaché baute. Das Holz, das für Zargen und Boden verwendet wird, hat einen subtileren Einfluss auf den Ton der Gitarre. Boden und Zargen von Meistergitarren werden heute meist aus Palisander (bevorzugt Rio Palisander) gefertigt. Für Flamenco Gitarren verwendet man Zeder und für historische Gitarren Ahorn. Im Leonard Guitar Research Projekt wurden neben einer Gitarre mit Boden und Zargen aus Zeitungspapier ähnlich gebaute Gitarren mit unterschiedlichen Hölzern gebaut.

Diese Gitarren werden hintereinander im gleichen Stück gespielt. Man kann sich das Stück in YouTube mit hochwertigen Kopfhörern anhören und die Gitarren blind bewerten. Nach dem Abschicken der Bewertung erhält man die Auflösung. Eine gute Schule fürs Zuhören –  zum Online Leonard Guitar Research Test.

Gitarre Variationen aus Österreich – Zucali Gitarrenbau

Zucali Guitar

Zucali Decke Fichte

Die meisten klassischen Gitarristen kennen und spielen nur die typische spanische Form der Gitarre mit sechs Saiten. Dabei gibt es ähnlich wie bei Geigen, Flöten und Blechinstrumenten oder Lauten „Gitarre Familien“ und Sonderinstrumente. Bei der Veranstaltung Stuttgart International Classic Guitar 17.-20. November, 2016 an der Musikhochschule Stuttgart war Daniel Zucali aus Haag, Österreich, einer der zwei eingeladenen Gitarrenbauer.

 

Daniel Zucali hat wie schon früher die Geigen- und Lautenbauer in den Alpen Zugriff auf beste Tonhölzer speziell für die Decke. So fein gemaserte Fichte findet man selten.

Daniel Zucali baut neben klassischen Meistergitarren aber auch Sondermodelle mit denen ganz individuelle Klangvorstellungen realisiert werden können. Das kann man schlecht beschreiben – man muss den Unterschied gehört haben.

Guitar Zucali 10 strings

Zucali 10 Saiter

Ein Beispiel ist die 10 Saiter Gitarre mit asymmetrischer Anordnung des Schallochs. Klassische Gitarristen kennen meist Narciso Yepes und seine Interpretation der Bach Lauten Suiten auf der 10 Saiten Gitarre. Das kann man auf einer 6 Saiten Gitarre nur mit vielen Kompromissen spielen. Manche Gitarristen lassen bei CD Aufnahmen die fehlenden Bässe auch vom Tonmeister einfügen! Die 10 Saiten Gitarre eignet sich natürlich auch für Lautenmusik und das Basso Continuo Spiel. Beim Quartettspiel kann man damit auch die Cellostimme ohne Oktavsprünge spielen. Bei der Deutschen Lautengesellschaft findet man viele interessante Noten. Meist findet man auch Übertragungen der Partituren. Mit einer modernen 10 Saiten Gitarre kann man auch mit modernen Streichinstrumenten mithalten. Die Laute braucht eigentlich leisere Streichinstrumente z.B. aus dem Barock wie sie in der historischen Aufführungspraxis üblich sind.

Anfang des 19. Jahrhunderts waren besonders Transkriptionen von Stücken aus populären Opern beliebt. Solisten spielten zusammen mit Orchester häufig auf der Terzgitarre, die sich besser durchsetzen konnte als die tiefer gestimmte Standardgitarre.

Zucali guitar

Zucali Terz Gitarre

Das Münchner Gitarrenquartett spielte mit zwei Terzgitarre (Giuliani Konzert mit Terzgitarre Terzgitarre aus Wien Youtube) Gitarre und Bariton(Quint)gitarre. Hermann Hauser hat dafür einen speziellen Satz von Gitarren gebaut. Fast alle Gitarrenbauer in Österreich hatten diese Instrumentenfamilie im Angebot. Gitarrenquartette haben mit den abgestimmten Instrumenten ein wesentlich differenzierteres Klangspektrum als wenn, wie heute üblich, vier gleich gestimmte Gitarren zusammen spielen. Die Kombination von Soprangitarre, Gitarre und Kontrabassgitarre, die manche Gitarrenvereine einsetzen, ergibt im Quartett kein ausgeglichenes Klandbild. Inzwischen gibt es auch das Neue Münchner Gitarrenensemble, das auf den alten Hauser Instrumenten konzertiert. Daniel Zucali würde sicher auch gerne einen Auftrag für einen Quartettsatz Gitarren ausführen.

Die Virtuosen in der Romantik zur Zeit der Guitaromanie spielten oft auf Gitarren mit zusätzlichen Leersaiten im Baß. Daraus entwickelte sich in Österreich die  Kontragitarre, die vor allem in der Schrammelmusik eingesetzt wurde. Damit konnte man sich den bis dahin üblichen Kontrabass sparen.

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Deutsche Erzlaute, Penzel – Erlbach

Die ähnlich gebaute Erzlaute, eine vereinfachte Laute z.B. mit 6 zusätzlichen Leersaiten im Bass (schwedische Laute), konnte sich gegen die Kontragitarre nicht durchsetzen. Das Teil ist ziemlich unhandlich, ähnlich leise wie eine Laute und nicht sehr bequem zu spielen.

Gitarren mit zusätzlichen Leersaiten waren z.B. zu Zeiten Goethes sehr beliebt z.B. spielte Manon (zumindest auf einem Gemälde) eine Harfengitarre. Diese Gitarrenform hat sich erstaunlicherweise in den USA gehalten und erlebt gerade ein erstaunliches Comeback in der Folkmusik aber auch bei Neuer Musik. Eine lange Liste der Harp Guitar Players (ab 7 Saiten ist man dabei) findet man in Encyclopedia of Harp Guitar Players in the Past  u.a. Carulli, Coste. Dubez, Giuliani, Legnani, Maccaferri, Makaroff, Mertz, Molitor, Padovec, Regondi, Taraffo. Fast alle Solisten haben auch komponiert. Noten gibt es meist aber nur für 6-saitige Gitarre. Für Laien war die Harfen Gitarre wohl etwas zu schwierig.

Hier einige Beispiele:

Muriel Anderson – Harp Guitar  (YouTube) Fingerpicking

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Muriel Anderson – Harp Guitar

 

 

 

 

 

Linda Manzer – Medusa Guitar  (YouTube) Das ist fast eine Klavier Gitarre oder eine Guitarra d’amore (der obere Hals ist fretless), mit vielen Leersaiten, die mitschwingen.

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Medusa Guitar – Linda Manzer

 

 

 

 

 

Beispiel für den Einsatz einer Harp Guitar im Jazz.
Metheney & Meldau – Sound of Water
  (YouTube)

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Ohne Verstärker werden diese Harfenklaviere wohl nicht sehr gut klingen. Sie sind sicher aber eine Anregung für eine eigene Wunsch-Harfengitarre. Hierfür muss man natürlich mit dem Gitarrenbauer direkt reden und gemeinsam eine Harfengitarre (20 Saiten sind kein Problem) entwerfen. Für dieses interessante Instrument werden sich sicher auch moderne Komponisten finden lassen, denen die Möglichkeiten der klassischen Gitarre etwas zu eng sind.

Die Werkstatt von Daniel Zucali liegt mitten in Österreich an der Autobahn zwischen Salzburg und Wien und ist sicher eine Reise oder einen Abstecher wert, wenn Frau Holle beim Skiurlaub nicht so richtig fleißig war oder wenn man im Sommer in der Region Urlaub macht.

PS: Die Beschaffung von Saiten für Harfengitarre ist heute kein Problem. Bei der Lenzner Saitenmanufaktur bestelle ich meine Saiten mit Angabe der Tonhöhe, der Mensur, der gewünschten Spannung und der Saitenlänge. Der Seniorchef berechnet dann die richtige Saiten, die prompt zu einem vernünftigen Preis geliefert werden.

Gitarrenorchester Böblingen spielt am 30.6.2017 in Holzgerlingen

GitarrenMusik überwindet Grenzen

Das Gitarrenorchester des ZOB Böblingen spielt am Freitag, 30.6.2017 um 20 Uhr In der Burg Kalteneck in Holzgerlingen . Mit Werken, die u.a. beim Gemeinschaftskonzert im Elsass gespielt wurden.

Karten kosten im Vorverkauf 13,-€
Ermäßigt 11,-€
Abendkasse 15,-€
Vorverkaufsstellen:
Rathaus, Information, Böblinger Str. 5-7,  71088 HolzgerlingenTelefon 07031 / 68 08 – 0

„buch plus“
Tübinger Str. 6, 71088 Holzgerlingen Telefon 07031 / 6 89 96

Telefonische Kartenreservierungen sind nur möglich, wenn die Karten spätestens drei Tage vor Veranstaltungsbeginn abgeholt werden.

 

Gitarren und Mandolinen Konzert im Elsass – ZOBB Böblingen und SMIG Illkirch

SMIG d’Illkirch

Am 30.4.2017   konzertieren  die SMIG – Société de Mandolinistes et Guitaristes d’Illkirch Graffenstaden und das Gitarrenorchester des ZOBB Böblingen im Kurort Niederbronn les Bains. Das Konzert findet in der Église protestante de Niederbronn um 17:00 statt. Niederbronn liegt am Rand der Nordvogesen und ist etwa zwei Stunden Autofahrt von Böblingen/Stuttgart entfernt. Die SMIG d’Illkirch spielt in der traditionellen Besetzung mit Mandolinen und Gitarren während das Gitarrenorchester Stücke in der Besetzung Gitarre Solo, Duo, Quartett und Ensemble spielt u.a. Stücke von Händel, Sor, Albeniz, Dvorak, Albeniz und Machado.

Der Besuch des Konzerts läßt sich gut mit einem Ausflug ins nördliche Elsass kombinieren. Eines meiner elsässischen Lieblingsresturants, Le Boeuf in Soufflenheim,  liegt an der Strecke. Auch in und um Niederbronn gibt es gute elsässische Restaurants. Wer Kalorien scheut, kann auch wandern oder „Wellness“ im Kurort Niederbronn machen.

So klingt ein großes französisches Mandolinenorchester

Konzert des L’Orchestre Regional de Mandoline Midi-Pyrénées

 

Faltgitarre für Reisen – Furch Little Jane aus Tschechien

Der Instrumentenbau in Luby (früher Schönbach) hat eine lange Tradition. Nach dem Krieg sind viele Gitarrenbauer vor der kommunistischen Planwirtschaft in der Tschechoslowakei nach Bayern u.a. nach Bubenreuth geflohen. Hoyer ist wohl die bekannteste Werkstatt für Schlagitarren („Herr im Frack“) aber auch E-Gitarren. Arnold Hoyer experimentierte viel und brachte u.a. eine faltbare E-Gitarre, die Hoyer Foldaxe heraus.

In der Tradition des tschechischen Instrumentenbaus bauen Frantisek Furch und sein Sohn Peter in ihrer Manufaktur Furch Guitars interessante Modelle von Akustik Gitarren in bester Qualität und innovativen Tonabnehmern u.a. ein Mikrofon in der Gitarre, das wie ein externes Mikrofon  klingt aber Rückkopplungen vermeidet.

Die Furch Travel Guitar Little Jane ist ein Traum für Gitarristen, die auf Reisen keinen großen Gitarrenkoffern schleppen (oder Gitarrenschüler, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren müssen), sondern ihre Gitarre in einem Rucksack (Backpack) transportieren wollen.Man sollte sich unbedingt das Video auf der Litlte Jane Seite ansehen. Der Hals wird in der Gitarre aufbewahrt. Dort holt man ihn heraus, steckt die Kopfplatte mit den Saiten an, und verspannt den Hals mit einer einfachen Mechanik. Man kann dann sofort loslegen – man muss nicht groß stimmen. Die Furch Little Jane ist zwar nicht ganz billig (ca, 1000 €) aber wirklich innovativ. Anderes Firmen bieten auch Folding Guitars an – den Trick mit dem Hals in der Gitarre habe ich aber nur bei Furch gesehen. Für Unterwasser Konzerte für Walhaie sollte man eine Gitarre aus Carbon verwenden.

PS Staufer hat in Wien Gitarren schon um 1800 mit abschraubbarem Hals gebaut. Damit konnte man die Breite des Griffbretts nach Wunsch des Spielers ändern oder verzogene Hälse leicht reparieren. Bei Kontrabässen gibt es schon länger Modelle mit abnehmbarem Hals. Da kann man bei Luftfracht viel Geld sparen!

Xerxes mit Lauten und Barockgitarre an der Oper Frankfurt

An der Oper Frankfurt hatte die Händel Oper Xerxes am 8. Januar, 2017 Premiere und steht jetzt auf dem Spielplan. Das Orchester spielt mit einer „Rhythmus“ Gruppe mit Lauten und Barockgitarre. Dadurch erhält man ein authentisches Klangbild und viel historischen „Drive“. Aufführungen mit konventioneller Besetzung wirken dagegen langweilig. Die Oper Frankfurt kombiniert die historische Musik mit einer modernen Aufführung. Sehenswert!

Ich habe in der Tradition der Gitarristen (Gitarre und Oper) den Ohrwurm der Oper Xerxes „Ombra mai fu“ für Gitarre Solo Ombra mai fu – Gitarre Solo und für Gitarre Duo Ombra mai fu – Gitarre Duo gesetzt. Xerxes war offenbar der erste „Grüne“ auf dem Thron. Er ließ die wunderbare Platane, die in der Aria besungen wird, mit Gold behängen und von Soldaten bewachen. Nachdem ein Sturm seine gerade fertiggestellten Brücken über die Dardanellen zerstörte, ließ er das Meer auspeitschen und die leitenden Ingenieure des Brückenbaus köpfen. Darüber gibt es aber leider keine Arie.

Duo Kowalska/Berula  (Tschechien) Barockgitarre und Theorbe  Canarios (YouTube)

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Schloss mit Barocktheater

Eine Reise wert ist das vollständig erhaltene Barocktheater in Cesky Krumlov (das scheinen aber nur die Japaner zu wissen). Da kann man noch die vollständig erhaltene barocke Theater-Maschinerie in Aktion sehen. Historische Aufführungen gibt es da aber nur selten im Sommer:  Schloßtheater in Český Krumlov

Hitze- und Trockenschäden bei Gitarren

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Temperatur- Feuchte-Messgerät

Gitarren – besonders die teuren – sind leicht gebaut und leiden bei Hitze, Trockenheit oder Feuchte. Gitarren sollten bei etwa 20° C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50% aufbewahrt und gespielt werden. Solche Verhältnisse findet man leider nur in Museen oder in den Räumen von Händlern, die Meistergitarren verkaufen. Temperaturen zwischen 10°C bis etwa 30°C hält eine gut gebaute Gitarre aus.

Kritisch wird es allerdings, wenn man die Gitarre im schwarzen Koffer im Sommer etwa eine Stunde in der Sonne liegen läßt. Da wird es im Innern schnell 60°C warm und der Knochenleim wird bereits weich. Die Bebalkung der Decke kann sich dann lösen – die Decke bekommt dann Wellen oder reißt. Auch der Dachboden ist kein guter Aufbewahrungsort für ältere Gitarren. Funde vom Dachboden haben meist Risse. Ist die Decke mit einem modernen Klebstoff,  z.B. Titebond verarbeitet, kommt es zu Spannungen und der Ton der Gitarre verändert sich. Beim Kauf einer teuren Meistergitarre sollte man sich erkunden wie die Decke geleimt ist.

Eine Temperatur > 60°C wird  auch im Kofferraum eines Autos erreicht, das in der prallen Sonne steht. Vorsichtige Gitarristen parken deshalb ihr Auto im Schatten und vergessen aber gern, dass die Sonne im Laufe das Tages wandert. Hohe Temperaturen können auch im Winter erreicht werden  wenn die Sonne tief steht und der schwarze Gitarrenkoffer in einer Ecke steht, wo die Sonne im Sommer nicht hinkommt. Wer seine Gitarre auf einen Heizungsschacht (häufig in Kirchen und Konzertsälen) legt, wird sich wundern, wie heiß es wird wenn der Hausmeister die Heizung einschaltet! Der Kunststoffkoffer einer Mitspielerin im Gitarrenorchester ist bei einer  solchen Gelegenheit geschmolzen. Zum Glück war die Gitarre ausnahmsweise nicht im Koffer.

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Baumscheibe mit Trockenriss

Im deutschen Klima ist in der Regel nicht die Hitze sondern die Luftfeuchtigkeit das größte Problem. In der typischen deutschen Wohnung ist es im Winter meist zu trocken. Dann treten bei der Gitarre Trockenschäden auf selbst wenn der Gitarrenbauer lang gelagerte trockene Tonhölzer verwendet hat. Die Fasern des Holzes werden bei Trockenheit dünner, das kann man schön an einer Baumscheibe sehen.

gitarre_trockenschaedenTrockenschäden treten bei der Gitarre bevorzugt an folgenden Stellen (rot markiert) auf:

  • In der Decke Riß entlang des Griffbretts (häufig)
  • Riß in der Mitte der Decke wo die zwei Hälften der Decke zusemmengeleimt sind.
  • Risse in der Umgebung des Steges.
  • Schwund am Ebenholz Griffbrett (häufig) – die Bünde stehen über und lösen sich am Griffbrettrand aus der Nut – kann Klirren oder Schnarren bei niedriger Saitenlage verursachen. Die Bünde sind nicht mehr eben. Die Gitarre läßt sich dadurch schwerer spielen (besonders Barre). Gelockerte Bünde simd leicht zu erkennen wenn man mit dem Finger über die Seite des Griffbretts entlang des Halses fährt.
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Riss in der Decke entlang Griffbrett – überstehender, lockerer Bund

 

Die Risse entstehen bevorzugt an den Stellen an denen unterschiedliche Holzarten verleimt werden besonders bei Ebenholz auf Fichte. Johann Georg Stauffer der Altmeister des Gitarrenbaus hat deshalb bei seinen Gitarren das Griffbrett im Bereich der Decke abgeschrägt.

staufer_griffbrett_schraegSelbst bei sehr alten Stauffer Gitarren gibt es an der Stelle keine Risse. Risse in der Gitarre sollte man so schnell wie möglich reparieren lassen. Provisorisch kann man ein durchsichtiges Klebeband (Tesafilm) über den Riss kleben. Die Reparatur z.B. eines Risses entlang des Griffbretts und das Ausrichten der Bünde kostet in einer Gitarrenwerkstatt etwa 100 – 150 €. Man kann billige Gitarren aber auch billiger reparieren. Sehr wertvolle Gitarren sollte man  nur bei einem anerkannten Meister des Gitarrenbaus reparieren lassen. Der Klang der Gitarre wird sich durch die Reparatur dann nicht verschlechtern. Unsachgemäße Reparaturen mindern den Wert der Gitarre erheblich!

Wesentlich besser als eine Reparatur ist es, die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit im Zimmer und im Gitarrenkoffer zu kontrollieren. Ich verwende dazu ein kleines Thermo-/Hygrometer (1.80 € mit Versand aus China  kostet es dann aber 4.80 € ! ) Wenn der Gesamtwert der Bestellung über 20 € liegt  schlägt der Zoll mächtig zu.

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Aus Karton und Klebeband habe ich mir ein Teil gebastelt, das ich am Schalloch unter die Saiten klemme. So weiß ich immer wie es der Gitarre im Raum und im Koffer geht. Bei Daddario gibt es für etwa 50 € ein Hightech Meßgerät das eine Nachricht über Bluetooth an ein Handy schickt wenn die Grenzwerte nicht eingehalten werden. Das Teil scheint aber noch nicht sehr zuverlässig zu funktionieren. In Räumen mit Zentralheizung kann man mit einer Wasserschale auf der Heizung eine Feuchtigkeit von 50% ohne großen Aufwand erzeugen. Da sollte sich die Gitarre dann recht wohl fühlen. Wichtig ist, dass man laufend kontrolliert.

Erreicht man bei normaler Zimmertemperatur keine Feuchtigkeit von 50%, sollte man die Gitarre im Koffer aufrecht möglichst in die kühlste Ecke des Zimmers stellen. Meistens ist das eine Ecke an den Außenwänden. Bei Fußbodenheizung sollte der Koffer nie auf den Fußboden gestellt werden. Ungünstig ist es auch die Gitarre offen an die Wand zu hängen – oben ist immer wärmer!