Lautenkonzert Lutz Kirchhof – Besprechung

Das Lautenkonzert vom 10. Juni in der Bonifatiuskirche war relativ gut besucht. Junge Leute, für die diese Musik sehr interessant gewesen wäre, waren allerdings in der Minderzahl. Lutz Kirchhof gab kurze Einführungen in die Musik der Laute, die recht aufschlussreich waren. Die Laute hatte in der Renaissance und im Barock eine ähnliche Stellung wie heute die Gitarre in der Popmusik. Es gibt eine Fülle von Literatur allerdings in Tabluatur geschrieben, womit äußerst komplexe mehrstimmige Musik notiert werden kann. Der Zugang für Musiker, die nur herkömmliche Notensysteme kennen, wird aber extrem erschwert. Interessanterweise wird aber auch in der Pop- und Folkmusik vorwiegend nach Tabulatur Gitarre gespielt. Für Gitarristen ist es immer wieder verblüffend wie polyphon man mit der Laute spielen kann. Allerdings muss man gut zuhören können, da große Effekte und Tonstärkevariationen mit der Laute praktisch nicht machbar sind.    

Das Konzert litt ein wenig darunter, dass die Laute sehr leise ist und vom Publikum  stark gedämpft wurde. Der Lautenist hätte wohl besser vom erhöhten Altarraum aus spielen  oder die Laute mit einem guten System verstärken sollen. 

Im Gespräch nach dem Konzert ging Lutz Kirchhoff auch ein wenig auf das Lautenspiel von Sting ein. Sting ist fasziniert von der Vielfalt der Harmonik und Raffinesse der Stimmführung in der Lautenmusik. ( Sting: „Ich glaube, dass es einen Tiel des Gehirns gibt, der auf leichte Akkorde abfährt.Aber es gibt auch einen Teil, der sich nach komplexeren Strukturen sehnt.“) Bei Rock und Pop geht es viel einfacher und primitiver zu. Lutz Kirchhof führte ein kleines Beipiel vor, wie z.B. ein komplexes Lautenstück in der Popmusik vereinfacht wird. Die Beschäftigung mit der Lautenmusik könnte hier auch zu raffinierteren Formen der Musik führen. Trotz zweijährigem Üben musste Sting die Lautenstücke sehr vereinfachen, um diese überhaupt spielen zu können. Trotzdem hat es für einen Klassik Preis gereicht. Werbung ist eben auch in der Musikbranche oft wichtiger als solide Arbeit. Vielleicht hilft diese Werbung jedoch, die fast vergessene Lautenmusik wieder etwas populärer zu machen. 

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