Das digitale Notenpult

Wer hat sich nicht schon über die modernen Noten geärgert, die keinerlei Stellen für das Umblättern enthalten. Bei Konzerten kann man die unterschiedlichsten Lösungen für das Problem sehen- vom überbreiten Notenständer bis zu kreativ geklebten Notenlandschaften, die im ungünstigsten Fall dann vom Notenständer fallen. Abhilfe kann hier hier ein digitales Notenpult schaffen bei dem die Noten auf einem Bildschirm mit Hintergrundbeleuchtung dargestellt werden. Umblättern kann man mit Touchscreen oder mit Fussschalter.

Mit dem Aufkommen der PAds werden digitale Notenpulte durch Software z.B.  MusicReader , AirTurn usw realisiert. Musiker werden wohl die iPAD Lösung wählen, das Programm läuft aber auch auf  Galaxy Pads oder Windows Systemen. Die Noten werden als PDF gespeichert. Damit kann man auch eigene Noten scannen und auf dem digitalen Notenpult darstellen. Die mühselige Verwaltung und die Suche nach den richtigen Noten besonders beim Musikunterricht ist damit Vergangenheit. Zum Blättern (vor und zurück) gibt es spezielle Bluetooths Pedale, die mit dem Fuß bedient werden..  Das Brüsseler Symphonieorchester ist eines der ersten Orchester, das auf die neue Technologie umgestellt hat. Natürlich haben digitale Notenpulte auch Nachteile gegenüber den Noten auf Papier.

Achtung: Deutsche Musik Verlage erlauben keine Arbeitskopien und auch nicht das  Einscannen von Noten, die man gekauft hat. Man sollte vor dem Kauf von Noten beim Verleger die Zustimmung per eMail einholen, dass die Noten für den Eigenbedarf eingescannt werden dürfen. Verweigert der Verlag diese Zustimmung sollte man die Noten nicht kaufen. In USA darf man selbstverständlich Noten für den Eigenbedarf kopieren und auch einscannen. Man könnte also Noten vor allem einfach Online in USA kaufen. Aber auch hier muss man vorsichtig sein, da manche US Verlage ihre Rechte an deutsche Verwertungssgesellschaften vergeben haben. Dann gilt wieder deutsches Recht und die Regeln der Verwertungsgesellschaft Musikedition.  Hat man dagegen die Noten über Download als digitales Produkt gekauft, so gelten die deutschen Regeln für Noten auf Papier nicht. Aber auch hier muss man aufpassen, dass man keine illegal eingescannten Noten kauft.

Mit all diesen Regeln geht der digitale Fortschritt an den deutschen Musiktreibenden wohl vorbei, solange es sich die Musiker gefallen lassen, die von ihnen gekauften Produkte nicht sinnvoll nutzen zu können. Dabei wäre es für die Musikverlage wesentlich günstiger, wenn sie ihre Noten über das Web verkaufen würden. Bei Audio funktioniert das inzwischen ja auch. Speziell moderne Werke könnte man da wesentlich besser verkaufen. Inzwischen gibt es aber auch schon viele Komponisten, die ihre Werke und Bearbeitungen digital vertreiben. Durch den Wegfall des Notendrucks können die Komponisten die Werke auch günstig anbieten.

Referenzen:
Irrsinn deutsches Urheberrecht – aus der Praxis
US Copyright (Cornell University Law School)

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4 Antworten zu “Das digitale Notenpult

  1. Elektronisches Notenlesen. Ich mache mir meine Noten schon seit mehr als 20 Jahren mit dem PC. Seitdem ich alterssichtig bin, merke ich, wenn ich deswegen viele Noten vom Bildschirm lese, dass die Alterssichtigkeit belastender wird. Ab und zu frage ich mich, ob meine Augen nicht ein paar Jahre länger frisch geblieben wären, wenn ich doch mehr aus normalen Noten gespielt hätte.

    Onlineverkauf von Noten. Ob es ein Argument dagegen ist, möchte ich nicht behaupten. Aber vielleicht eine Erklärung. Aber vieles liegt als Notenstich vor. Ich habe mir mal irgendwann Noten von Merz gekauft. Ich finde viele Drucke von Notenstichen (in der Gitarrenwelt) haben als solches schon keine sonderlich klaren und scharfen Kanten. Wenn solche Quellen eingescannt werden und dann gedruckt werden, dann leidet die Lesbarkeit noch mehr. Damit die Noten gut lesbar wären, müssten diese in irgendeiner Form in einem Notensatzprogramm vorliegen. Diese Investition will sich vermutlich keiner antun.

    Aber das deutsche Urheberrecht ist für die Verlage keine Motivation solche Probleme technologisch zu lösen.

    • Leider habe ich auch schon etwas ältere Augen und ähnliche Probleme. Auch ich mache meine Noten häufig selbst (mit Finale) – spiele aber nicht vom PC sondern von guten Ausdrucken auf hochwertigem Papier. Einige Lieblingsstücke habe auch eingescannt/eingegeben und neu formatiert z.B. mit größeren Noten oder Stellen zum Blättern. Leider ist unser Umschreiber im Gitarrenverein umgezogen. Mit den digitalen Noten kann man auch Stimmen vereinfachen und einrichten.

      Leider werden beim Scannen (speziell von Seiten mit Formaten > A4 wie sie früher üblich waren damit man nicht kopieren konnte) oft beliebige PIXEL Werte verwendet, die sich nicht 1:1 auf den PC oder auf den Drucker abbilden lassend. Da zerfransen die Linien. Ich habe einmal die Software für einen hochauflösenden Drucker entwickelt. Dabei hat ein Schrift Designer z.B. einzelne PIXEL an den Ecken von Buchstaben eingefügt damit sie besser lesbar sind. Das hat man z.B. bei Windows Schriften auch gemacht. Heue müssen die Schriften auf mehreren Displays mit unterschiedlicher Auflösung „gut“ angezeigt werden. Das sieht dann auf fast allen Geräten schlecht aus. Um Noten kümmert sich da wohl niemand.
      Meine Private Lösung: ich habe mir vom Augenarzt und Optiker eine spezielle Gleitsichtbrille anfertigen lassen, die auf das Lesen von Noten von Papier optimiert ist. Wichtig ist auch shr gutes Leselicht. Die üblichen Notenpult Lampen sind ungeeignet. Am Bildschirm sollte man die Bildbreite so einstellen, daß die PIXEL von Notenabbildung und PC Bildschirm möglichst in einem ganzzahligen Verhältnis sind. Die Helligkeit des Hintergrunds sollte optimal eingestellt werden. Beim Einscannen sollte man den Scanner einrichten und nicht die Standardeinstellung verwenden. Hilfreich ist es, wenn man viele Gitarrenfreunde hat, die Noten in Digital haben – da kann man ältere Noten und Bearbeitungen tauschen. Ich nehme mal eine Liste meiner Finale Noten auf meine To Do Liste setzen.

      PS Die Verlage verschicken meist keine Originaldrucke der Noten mehr. Es gibt meist nur noch billige Kopien, die so aussehen als wären sie Original- eigentlich ein Betrug. Die lausige Ausgabe der Mertz Stücke vom Orphee Verlag habe ich übrigens auch. Geeignet als Augentest!

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