Berühmte Gitarristen – Hector Berlioz

Hector Berlioz, hatte in seiner Jugend kein Klavier zur Verfügung und lernte die Gitarre als Instrument für die Liedbegleitung schätzen. Aus seiner Jugend ist ein Band mit 35 Liedern mit Gitarrenbegleitung „Recueil de Romances“ offensichtlich für einen Schwarm seiner Jugend erhalten. Von Berlioz wird auch berichtet, dass er z.B. in Italien Arien von Gluck sang und auf der Gitarre begleitete und das so gut, dass die Zuhörer zu Tränen gerührt wurden – das war in der Zeit der Romantik durchaus üblich. Die Gitarre von Hector Berlioz mit einer Unterschrift von Nicolo Paganini wird im Museum der Cité de la Musique in Paris aufbewhrt (E.375).

Originalnoten von Berlioz sind schwer zu finden z..B. leichte   Solostücke (sehr leicht – typische Hausmusik aus der Zeit).  Am bekanntesten ist wohl eine Transkription von Tarrega der „Tanz der Sylphiden“.  Interessant wären auch seine Lieder mit Gitarrenbegleitung. Berlioz hat übrigens nie bedauert, dass er seine musikalische Ausbildung nicht am Klavier erhielt – dadurch sei er ohne die Beschränkung durch die Fingersätze des Klaviers aufgewachsen.

Beispiele: Trio für 2 Flöten und Gitarre , Valse (auf Ecouter un extrait klicken) aus der  Mediatheque de la Cité de la Musique (Paris) gespielt auf einer Gitarre von Renée Lacote (um 1850) mit zwei freien Bordunsaiten. Berlioz (und auch Paganini) spielten auf einer Gitarre von Grobert, Paris. Einen Nachbau fertigt Matthias Wagner, Badenweiler,für 3500 € an. Matthias Wagner liefert auch Spezialsaiten für Lauten und historische Gitarren.

Inzwischen haben viele Gitarristen den Reiz der „historischen“ Gitarren  entdeckt. Viele Gitarrenbauer fertigen inzwischen Nachbauten historischer Gitarren an. „In“ sind z.B. die Nachbauten von Bernhard Kresse. Franz Halász spielte z.B. im Konzert beim Nürtinger Gitarrenfestival 2010 auf einem Nachbau.  Ich selbst spiele seit zwei Monaten einen Johann Staufer (1829) Nachbau von Frank-Peter Dietrich aus Erlbach. Dabei ist man immer wieder überrascht, wie leicht sich die kleine Gitarre spielen läßt und tragfähig (und auch laut) der Ton ist. Speziell bei Kammermusik, wo die klassische Konzertgitarre oft zu wenig brillant ist und dumpf klingt (z.B. beim Berlioz Trio für 2 Flöten und Gitarre gut zu hören), erhält man ein äusserst interessantes und authentisches Klangbild. Die Staufer Gitarre hat keine Gitarrenmechanik sondern wird mit Wirbeln ähnlich wie ein Cello gestimmt. Hat man sich erst mal daran gewöhnt, geht das Stimmen überraschend schnell und präzise.

Johann Staufer (1829) Nachbau F-P Dietrich, Erlbach 2010

Gitarre Renée Lacote (um 1850)

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Eine Antwort zu “Berühmte Gitarristen – Hector Berlioz

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