Weissgerber Gitarren

Im Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen wird noch bis zum 25. Juli eine Weissgerber Sonderausstellung gezeigt. In Markneukirchen und speziell dem Teilort Erlbach werden auch heute noch fast alle Typen von Orchesterinstrumenten hergestellt. Der Altmeister Richard Jacob Weissgerber kam aus der jahrhunderte langen Tradition der Holzinstrumentenbauer im Vogtland. Im Gegensatz zur heutigen Generation von Gitarrenbauern baute man früher eine Vielzahl von Gitarren und Lauten. Es gab umfangreiche Kataloge für die verschiedenen Gitarrentypen u.a. gab es Gitarren in Spanischer, Schwedischer und Wiener Grundform. Zusätzlich gabe es noch zahlreiche Sondermodelle, Lauten, Gitarrenlauten, usw

Weissgerber arbeitet in dieser Tradition. Bei der Ausstellung in Markneukirchen (Achtung man muss speziell nach dem Raum der       Weissgerber  Ausstellung an der Kasse fragen!) ist ein ganzer Schrank mit verschiedenen Gitarrenmodellen von Weissgerber gefüllt.

Leider kann man auf den verschiedenen Modellen nicht selbst spielen. Es gibt aber eine CD vom Berliner Gitarristen Christof Hanusch, der sechs verschiedene Weissgerber Gitarren im gleichen Raum des Museums spielt mit identischer Aufstellung und Einstellung der Mikrofone (erhältlich u.a. im Museum). Man arbeitet mit mehreren Mikrofonen um den Klang der Gitarren im Nahbereich und im Raum zu erfassen.  Die ersten zwei  Gitarren sind  „Tielke“ Modell mit doppeltem gewölbten Boden aus 11 Rippen (ähnlich einer Laute oder Cister, Baujahr 1921 und 1936).  Danach kommen eine Französische Wappengitarre (1924) und ein Sondermodell (ähnlich Wiener oder Münchner Modell) von 1925. Überraschenderweise klingen alle dies Gitarren speziell im Diskant ziemlich ähnlich – offensichtlich hat Weissgerber die Decken immer ähnlich gebaut. Die Form der Gitarre hat offensichtlich keinen großen Einfluß. Die fünfte Gitarre von 1935 hat die klassische spanische Form a la Torres. Aber auch diese Gitarre hat den typischen Weissgerber Diskant. Die Bässe klingen bei diesem Modell aber schon voller. Die sechste Gitarre ist eine Große Konzert Solo von 1960. Diese Gitarre, mit der Weissgerber dann auch im Westen bekannt wurde, hat nun ein völlig eigenständiges, sonores  Klangbild.

Schön wäre es natürlich, wenn das Museum zumindest eine Weissgerber hätte, auf der Besucher auch mal selbst spielen können (wenigstens ein Weissgerber Nachbau von der Fachhochschule Musikinstrumentenbau sollte es schon sein). Was nicht ist kann ja noch werden.

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