Die „Stille Nacht“ Gitarre

Im Stille Nacht Museum in Hallein wird die Original Gitarre von Joseph Mohr aufbewahrt. Die Gitarre hat die damals typische Wiener Form. Die schwarz lackierte 8-er Kopfplatte mit Stimmwirbeln wurde in ähnlicher Form von Johann Georg Stauffer in Wien gebaut. Ähnlich wie bei Barockgitarren ist das Griffbrett auf gleicher Ebene wie die Decke der Gitarre, eine Bauform die um 1800 noch üblich war und erst um 1820 durch die heute übliche Form mit erhöhtem auf die Decke aufgeleimtem Griffbrett abgelöst wurde. Die Mohr Gitarre ist damit typisch für die Zeit der Entstehung des Liedes Stille Nacht um 1816. Ob die Gitarre im Museum tatsächlich Joseph Mohr gehört hat, ist in Dokumenten nicht nachgewiesen. Eine Gitarre gehörte aber wohl damals zur Grundausrüstung eines österreichischen Dorflehrers. Auch Franz Schubert spielte Gitarre (ein Instrument von Stauffer, das seinem Bruder gehörte, wird im Nachlass aufgeführt ) obwohl es keine schriftlichen Hinweise dafür gibt. Das Gitarrenspiel war aber damals so selbstverständlich dass es, ähnlich wie das Fahrradfahren heute,  nie in einer Biographie auftauchte.

Gitarre nach Johann Stauffer 1829

Gitarre nach Johann Stauffer 1829

Obwohl die Gitarren damals recht klein waren, hatten sie einen recht großen Ton und konnten eine kleine Kirche sehr wohl füllen. Das Foto zeigt meinen Nachbau einer Stauffer Gitarre von 1829 vom Erlbacher Gitarrenbauer Frank-Peter Dietrich (2010). Das Original wird im Kunsthistorischen Museum in Wien aufbewahrt. Auch das Bayrische Nationalmuseum zeigt eine Stauffer Gitarre in der Ausstellung von Musikinstrumenten.

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