Gitarre auf Reisen – Ärger mit dem Zoll und im Flugzeug

Romantische GitarreWeltweit und natürlich auch in der EU gibt es seit längerem Regeln für den Import/Export von seltenen Holzarten z.B. Rio Palisander, Elfenbein (Sattel und Steg) aber auch für Verzierungen aus Muschelschalen. Meist nehmen es die Zollbehörden nicht so genau. Manche Zöllner lassen sich Instrumente auch gerne zeigen, weil sie selbst Musiker sind. Es besteht aber durchaus die Gefahr, dass man an einen Zollbeamten kommt, der es sehr genau nimmt. Besonders mit den Zollbehörden in USA ist nicht gut Kirschen essen. Beim Kauf und Verkauf von Gitarren (auch über eBay) von und nach USA muss man aufpassen, da Gitarren mit „illegalen“ Bestandteilen vom Zoll einfach ohne Entschädigung beschlagnahmt werden können. Das gilt auch für Nachbauten/Fälschungen von Gitarren. Bringt man den Nachbau einer Hauser Gitarre aus dem Ausland mit, sollte man den gefälschten Zettel entfernen. Auch der alte Trick mit einem alten, leeren Gitarrenkoffer nach USA zu reisen und mit einer neuen Gitarre zurück zu kommen funktioniert nicht mehr. Das Gepäck wird ja bei der Ausreise geröntgt!

Zur Sicherheit sollte man bei wertvollen Instrumenten eine CITES Import/Export Erlaubnis  (gibt es auch beim deutschen Zoll) einholen wenn man die EU Grenzen überschreitet.Leider gilt die CITES Genehmigung nur für 6 Monate. Achtung die Schweiz gehört nicht zur EU und nimmt den Artenschutz, speziell Rio Palisander, sehr ernst! Mancher E-Gitarrist weiß gar nicht, dass das Griffbrett seiner bewährten E-Gitarre aus Rio Palisander ist. Bei unserem Zoll kann es Ärger z.B. mit Elfenbein (Sattel/Steg) geben, obwohl für moderne Gitarren uraltes Elfenbein aus Fundstellen in Sibirien verwendet wird.  Für Sättel und Stege aus Elfenbein (Elfenbein -Kleinteile < 50 g) gelten auch Sonderregelungen. Auch Einlagen aus Perlmutt können kritisch sein. Auch Rio Palisander und bestimmte Sorten von Ebenholz dürfen eigentlich nicht mehr importiert werden. Es wird aber wohl kaum Zöllner geben, die alle Holzarten eindeutig bestimmen können. Deutsche Gitarrenbauer verwenden legal importierte und zertifizierte Materialien. Bei Auslandsreisen mit wertvollen Instrumenten empfiehlt es sich, z.B. die Rechnung über den Kauf des Instruments mitzuführen, damit es wenigstens bei der Rückreise nach Deutschland weniger Ärger gibt. Ganz Vorsichtige können sich auch eine Öko-Gitarre aus einheimischen Hölzern bauen lassen und hoffen, dass die Zöllner ein Griffbrett aus gebeizter Zwetschge von einem Griffbrett aus Palisander unterscheiden können.

In USA gibt es Bestrebungen einen Pass für Musikinstrumente einzuführen, der  Musikern das Reisen erleichtern könnte. Bei Flugreisen sollte man um Ärger zu vermeiden wertvolle Gitarren als Handgepäck mit in die Kabine nehmen. Andres Segovia bekam von den Fluglinien immer einen 1. Klasse Platz für seine Gitarre. Aber auch ich hatte bisher bei verschiedenen Fluglinien keine Probleme. Hilfreich ist es, denn Koffer kurz aufzumachen und zu zeigen, dass es sich um ein wertvolles Instrument handelt und es damit bei Beschädigung im Frachtraum für die Fluglinie teuer werden könnte. Da die Fluglinien aber Handgepäck immer mehr beschränken, sollte man sich vorsichtshalber vor der Buchung des Flugs erkundigen, ob man das Instrument als Handgepäck mitnehmen kann. Eventuell muss man einen Aufschlag zahlen. Hilfreich ist es,  wenn man keine Dreadnought sondern eine kleine Parlor Guitar, Romantische Gitarre oder gar wie Warren Buffet nur eine Ukulele mit auf Reisen nimmt. Manche Fluggesellschaften erlauben Instrumente nur wenn sie in das Handgepäck Fach passen. Da wird man mit klassischen Gitarren speziell in kleineren Flugzeugen Probleme haben.Muss die Gitarre im Frachtraum mitfliegen können dort Temperaturen bis zu Null Grad auftreten. Man sollte die Gitarre nach dem Flug im Koffer langsam warm werden lassen und nicht im heißen Kofferraum eines Autos befördern.

Wer genau wissen will wie Fluglinien mit Gitarren umgehen sollte sich das Video und den Song von Dave Carroll United breaks guitars ( my Taylor Guitar).

In jedem Unglück steckt aber auch eine Chance. Mit diesem Song wurde Dave Carroll so bekannt, das er mit über 13 Millionen YouTube Hits nun viele Auftritte als Sänger und Redner hat. Beim Ärger mit Airlines können ja viele Passagiere mitreden.

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