Stahlsaiten für Klassische Gitarre

https://i2.wp.com/pyramid-saiten.de/_assets/products/acoustic/silverplated-superior-quality-superlight.jpg

Quelle: Pyramid

Klassische Gitarristen sind meist Puristen und spielen auf ihren klassischen Gitarren immer wieder die gleichen Stücke. Dabei können Ausflüge zu den Fingerpickern oder den Gipsy/Jazzgitarristen, die auf Gitarren mit Stahlsaiten spielen, äusserst interessant sein. Selbst alte Musik, die früher mit der Cister gespielt wurde, braucht eigentlich ein Instrument mit Stahlsaiten. Bei Folk Stücken  bekommt man eine interessante Klangfarbe z.B. für Stücke aus Irland, Griechenland usw, die traditionell auf Instrumenten mit Stahlsaiten gespielt werden. Einen interessanten Effekt erhält man z.B. auch mit einem Electronic Bow, mit dem man Töne mit Sustain ähnlich wie auf einer Geige erzeugen kann (dafür braucht man dann aber Tonabnehmer und Verstärker).

Die meisten klassischen Gitarristen haben neben ihrer „guten“ Gitarre eine Schülergitarre, auf die man auch Stahlsaiten aufziehen kann. Normale Stahlsaiten ( extra light ca 52 kp Zugspannung ) haben aber zuviel Spannung und können im schlimmsten Fall zum Abreissen des Steges führen. Selbst wenn der Steg hält, kann sich die Gitarre verziehen. Die Acoustic Guitar Strings – Super Light von Pyramid (Saitenfabrik Junger GmbH)  haben nur 39 kp Zugspannung. Das ist weniger als bei typischen Nylonsaiten. Das sollte jede klassische Gitarre aushalten. Spielt man häufig mit diesen Saiten kann es zu Riefen bei der Stegeinlage und beim Sattel kommen. Die muss man dann mit Schmirgelpapier auspolieren wenn man wieder auf Nylonsaiten umsteigt. Vorteilhaft ist wenn man eine 2. Stegeinlage verwendet – die kann auch etwas niedriger sein als die für die Nylonsaiten. Wer dann auch nur mit zwei Fingern der linken Hand spielt, bekommt dann schon einen recht guten Django Sound auf der Gitarre.

Stahlsaiten_Steg_smDie Stahlsaiten werden am Steg einfach durchgesteckt. Am Kopf muss man die dünnen Saiten (e,h), nachdem man sie durch das Loch am Wirbel gesteckt hat, verdrillen – ähnlich wie man es mit Nylonsaiten am Steg macht. Das Stimmen ist mit Stahlsaiten etwas schwieriger. Da die Wirbel bei einer klassischen Gitarre dicker sind als bei einer Gitarre für Stahlsaiten ändert sich die Tonhöhe beim Drehen an der Mechanik recht stark. Da muss man mit Gefühl arbeiten.

Der Steg und der Sattel sind bei einer klassischen Gitarre höher als bei Gitarren, die für Stahlsaiten gebaut wurden. Da sich die Stahlsaiten kaum dehnen sind die Töne besonders in der 1. Lage meist zu hoch wenn man die Leersaiten genau stimmt. Einen recht guten Kompromiss erreicht man wenn man die Töne im 1. Bund genau stimmt. Ideal wäre es wenn man für Stahlsaiten eine  niedrige Sattel- und Stegeinlage verwendet. Das ist aber ziemlich aufwändig. Eine niedrige Saitenlage zumindest für die unteren Lagen erreicht man mit einem Kapodaster auf dem 1. Bund. Man stimmt die Leersaiten dafür einen halben Ton tiefer.

Der Klang der Gitarre mit Stahlsaiten ändert sich vor allem bei den hohen Saiten. Diese klingen auch ohne Verstärker viel länger nach als Nylonsaiten.

Klangbeispiel: Folk Song aus der Bretagne

Capricho Arabe – Steel String

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s