Archiv der Kategorie: Klassische Gitarre

Leonard Guitar Research Project – Zargen und Boden aus verschiedenen Hölzern

Gitarre Boden

„Stauffer“ Boden aus Ahorn

Den größten Einfluß auf den Ton einer Gitarre haben die Bauform und die Decke. Das wollte schon Torres um 1850 zeigen als er eine Gitarre mit Zargen und Boden aus Pappmaché baute. Das Holz, das für Zargen und Boden verwendet wird, hat einen subtileren Einfluss auf den Ton der Gitarre. Boden und Zargen von Meistergitarren werden heute meist aus Palisander (bevorzugt Rio Palisander) gefertigt. Für Flamenco Gitarren verwendet man Zeder und für historische Gitarren Ahorn. Im Leonard Guitar Research Projekt wurden neben einer Gitarre mit Boden und Zargen aus Zeitungspapier ähnlich gebaute Gitarren mit unterschiedlichen Hölzern gebaut.

Diese Gitarren werden hintereinander im gleichen Stück gespielt. Man kann sich das Stück in YouTube mit hochwertigen Kopfhörern anhören und die Gitarren blind bewerten. Nach dem Abschicken der Bewertung erhält man die Auflösung. Eine gute Schule fürs Zuhören –  zum Online Leonard Guitar Research Test.

Gitarrenorchester Böblingen spielt am 30.6.2017 in Holzgerlingen

GitarrenMusik überwindet Grenzen

Das Gitarrenorchester des ZOB Böblingen spielt am Freitag, 30.6.2017 um 20 Uhr In der Burg Kalteneck in Holzgerlingen . Mit Werken, die u.a. beim Gemeinschaftskonzert im Elsass gespielt wurden.

Karten kosten im Vorverkauf 13,-€
Ermäßigt 11,-€
Abendkasse 15,-€
Vorverkaufsstellen:
Rathaus, Information, Böblinger Str. 5-7,  71088 HolzgerlingenTelefon 07031 / 68 08 – 0

„buch plus“
Tübinger Str. 6, 71088 Holzgerlingen Telefon 07031 / 6 89 96

Telefonische Kartenreservierungen sind nur möglich, wenn die Karten spätestens drei Tage vor Veranstaltungsbeginn abgeholt werden.

 

Gitarren und Mandolinen Konzert im Elsass – ZOBB Böblingen und SMIG Illkirch

SMIG d’Illkirch

Am 30.4.2017   konzertieren  die SMIG – Société de Mandolinistes et Guitaristes d’Illkirch Graffenstaden und das Gitarrenorchester des ZOBB Böblingen im Kurort Niederbronn les Bains. Das Konzert findet in der Église protestante de Niederbronn um 17:00 statt. Niederbronn liegt am Rand der Nordvogesen und ist etwa zwei Stunden Autofahrt von Böblingen/Stuttgart entfernt. Die SMIG d’Illkirch spielt in der traditionellen Besetzung mit Mandolinen und Gitarren während das Gitarrenorchester Stücke in der Besetzung Gitarre Solo, Duo, Quartett und Ensemble spielt u.a. Stücke von Händel, Sor, Albeniz, Dvorak, Albeniz und Machado.

Der Besuch des Konzerts läßt sich gut mit einem Ausflug ins nördliche Elsass kombinieren. Eines meiner elsässischen Lieblingsresturants, Le Boeuf in Soufflenheim,  liegt an der Strecke. Auch in und um Niederbronn gibt es gute elsässische Restaurants. Wer Kalorien scheut, kann auch wandern oder „Wellness“ im Kurort Niederbronn machen.

So klingt ein großes französisches Mandolinenorchester

Konzert des L’Orchestre Regional de Mandoline Midi-Pyrénées

 

Hitze- und Trockenschäden bei Gitarren

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Temperatur- Feuchte-Messgerät

Gitarren – besonders die teuren – sind leicht gebaut und leiden bei Hitze, Trockenheit oder Feuchte. Gitarren sollten bei etwa 20° C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50% aufbewahrt und gespielt werden. Solche Verhältnisse findet man leider nur in Museen oder in den Räumen von Händlern, die Meistergitarren verkaufen. Temperaturen zwischen 10°C bis etwa 30°C hält eine gut gebaute Gitarre aus.

Kritisch wird es allerdings, wenn man die Gitarre im schwarzen Koffer im Sommer etwa eine Stunde in der Sonne liegen läßt. Da wird es im Innern schnell 60°C warm und der Knochenleim wird bereits weich. Die Bebalkung der Decke kann sich dann lösen – die Decke bekommt dann Wellen oder reißt. Auch der Dachboden ist kein guter Aufbewahrungsort für ältere Gitarren. Funde vom Dachboden haben meist Risse. Ist die Decke mit einem modernen Klebstoff,  z.B. Titebond verarbeitet, kommt es zu Spannungen und der Ton der Gitarre verändert sich. Beim Kauf einer teuren Meistergitarre sollte man sich erkunden wie die Decke geleimt ist.

Eine Temperatur > 60°C wird  auch im Kofferraum eines Autos erreicht, das in der prallen Sonne steht. Vorsichtige Gitarristen parken deshalb ihr Auto im Schatten und vergessen aber gern, dass die Sonne im Laufe das Tages wandert. Hohe Temperaturen können auch im Winter erreicht werden  wenn die Sonne tief steht und der schwarze Gitarrenkoffer in einer Ecke steht, wo die Sonne im Sommer nicht hinkommt. Wer seine Gitarre auf einen Heizungsschacht (häufig in Kirchen und Konzertsälen) legt, wird sich wundern, wie heiß es wird wenn der Hausmeister die Heizung einschaltet! Der Kunststoffkoffer einer Mitspielerin im Gitarrenorchester ist bei einer  solchen Gelegenheit geschmolzen. Zum Glück war die Gitarre ausnahmsweise nicht im Koffer.

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Baumscheibe mit Trockenriss

Im deutschen Klima ist in der Regel nicht die Hitze sondern die Luftfeuchtigkeit das größte Problem. In der typischen deutschen Wohnung ist es im Winter meist zu trocken. Dann treten bei der Gitarre Trockenschäden auf selbst wenn der Gitarrenbauer lang gelagerte trockene Tonhölzer verwendet hat. Die Fasern des Holzes werden bei Trockenheit dünner, das kann man schön an einer Baumscheibe sehen.

gitarre_trockenschaedenTrockenschäden treten bei der Gitarre bevorzugt an folgenden Stellen (rot markiert) auf:

  • In der Decke Riß entlang des Griffbretts (häufig)
  • Riß in der Mitte der Decke wo die zwei Hälften der Decke zusemmengeleimt sind.
  • Risse in der Umgebung des Steges.
  • Schwund am Ebenholz Griffbrett (häufig) – die Bünde stehen über und lösen sich am Griffbrettrand aus der Nut – kann Klirren oder Schnarren bei niedriger Saitenlage verursachen. Die Bünde sind nicht mehr eben. Die Gitarre läßt sich dadurch schwerer spielen (besonders Barre). Gelockerte Bünde simd leicht zu erkennen wenn man mit dem Finger über die Seite des Griffbretts entlang des Halses fährt.
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Riss in der Decke entlang Griffbrett – überstehender, lockerer Bund

 

Die Risse entstehen bevorzugt an den Stellen an denen unterschiedliche Holzarten verleimt werden besonders bei Ebenholz auf Fichte. Johann Georg Stauffer der Altmeister des Gitarrenbaus hat deshalb bei seinen Gitarren das Griffbrett im Bereich der Decke abgeschrägt.

staufer_griffbrett_schraegSelbst bei sehr alten Stauffer Gitarren gibt es an der Stelle keine Risse. Risse in der Gitarre sollte man so schnell wie möglich reparieren lassen. Provisorisch kann man ein durchsichtiges Klebeband (Tesafilm) über den Riss kleben. Die Reparatur z.B. eines Risses entlang des Griffbretts und das Ausrichten der Bünde kostet in einer Gitarrenwerkstatt etwa 100 – 150 €. Man kann billige Gitarren aber auch billiger reparieren. Sehr wertvolle Gitarren sollte man  nur bei einem anerkannten Meister des Gitarrenbaus reparieren lassen. Der Klang der Gitarre wird sich durch die Reparatur dann nicht verschlechtern. Unsachgemäße Reparaturen mindern den Wert der Gitarre erheblich!

Wesentlich besser als eine Reparatur ist es, die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit im Zimmer und im Gitarrenkoffer zu kontrollieren. Ich verwende dazu ein kleines Thermo-/Hygrometer (1.80 € mit Versand aus China  kostet es dann aber 4.80 € ! ) Wenn der Gesamtwert der Bestellung über 20 € liegt  schlägt der Zoll mächtig zu.

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Aus Karton und Klebeband habe ich mir ein Teil gebastelt, das ich am Schalloch unter die Saiten klemme. So weiß ich immer wie es der Gitarre im Raum und im Koffer geht. Bei Daddario gibt es für etwa 50 € ein Hightech Meßgerät das eine Nachricht über Bluetooth an ein Handy schickt wenn die Grenzwerte nicht eingehalten werden. Das Teil scheint aber noch nicht sehr zuverlässig zu funktionieren. In Räumen mit Zentralheizung kann man mit einer Wasserschale auf der Heizung eine Feuchtigkeit von 50% ohne großen Aufwand erzeugen. Da sollte sich die Gitarre dann recht wohl fühlen. Wichtig ist, dass man laufend kontrolliert.

Erreicht man bei normaler Zimmertemperatur keine Feuchtigkeit von 50%, sollte man die Gitarre im Koffer aufrecht möglichst in die kühlste Ecke des Zimmers stellen. Meistens ist das eine Ecke an den Außenwänden. Bei Fußbodenheizung sollte der Koffer nie auf den Fußboden gestellt werden. Ungünstig ist es auch die Gitarre offen an die Wand zu hängen – oben ist immer wärmer!

 

Gitarre und Oper

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Romantische Gitarre Staufer Nachbau

Zupfinstrumente wie Laute und Gitarre (Barockgitarre) wurden in Barockopern noch häufig eingesetzt dann aber zunehmend durch das Cembalo ersetzt. Eine schönes Beispiel für diese Musik ist die Aufführung der Oper „The Fairy Queen“ von Henri  Purcell in der Staatsoper Stuttgart 2016 (Einführung Video). Der Katalane Josep Maria Marti spielt die Theorbe und die Barockgitarre (battente). In der Staatsoper Stuttgart gab es 2011 auch eine Aufführung der Handel Oper IL TRIONFO DEL TEMPO E DEL SISINGANNO  unter der Leitung von Sébastian Rouland. Im Orchestergraben saßen nur einige Streicher aber eine sechsköpfige Lautengruppe, die wie eine Schlagzeuggruppe wirkte. Die barocke Orchestertradition mit Basso Continuo überlebte nur in Südamerika und wurde dann nach USA und in den Swing, den Jazz und die moderne Rockmusik exportiert. Europa wurde im 19. Jahrhundert aber ROMANTISCH und elegisch. Am Weimarer Hof spielte Anna Amalie selbst Gitarre, hatte auch einige Gitarren aus Italien mitgebracht und förderte Gitarristen und Sänger z.B. Goethe’s Mignon. In Weimar wurde viel Gitarre gespielt (u.a. Schillers Frau). Die Gitarre wurde auch in einigen Opern verwendet, die heute meist nicht mehr aufgeführt werden. Die Gitarre spielte der Oboist Unrein, ein für einen Musiker nicht gerade günstiger Name (Christian Ahrens: Die Gitarre im klassischen und Nachklassischen Weimar).

Für die größeren Orchester der Romantik war die Gitarre den Komponisten zu leise und wurde nur in kurzen Passagen verwendet. Zitat Orchestrasfans Interview mit Heike Matthiesen: Es gibt so viele Opern mit Ständchen, die dort tatsächlich auf der Gitarre gespielt werden: Barbier von Sevilla (Rossini), Don Pasquale 2 Gitarren (Donizetti Com’è Gentil la Nottemit Gitarre auf der Bühne) Partitur IMSLP S. 460 – 467, Oberon ( Weber), Beatrice et Benedict (Berlioz), Othello ( Verdi), Falstaff ( Verdi), Abu Hassan ( Verdi), La Vida breve ( de Falla), Bluthochzeit (Fortner) und dann natürlich Mahlers 7. Sinfonie (4. Satz).

Die Partituren der älteren Opern findet man in der IMSLP/Petrucci Library  free public domain sheet music. Die Stellen mit Gitarre muss man aber suchen.

Die Komponisten wie Berlioz, Liszt, Wagner usw waren auf der Suche nach neuen (lauteren) Instrumenten.  Die Gitarre wurde allenfalls für Ständchen als zusätzliche romantische Klangfarbe, von Komponisten eingesetzt, die selbst Gitarre spielten wie z.B. Carl Maria von Weber (Weber’s Gitarre) oder Hector Berlioz.

In der Arie des Beckmesser setzt Richard Wagner in der Urfassung eine Laute für eine recht anspruchsvolle Begleitung ein.  Wagner kannte aber wohl nur noch die Gitarrenlaute mit sechs Saiten, – die wie eine Gitarre gestimmt war. Beckmesser klimpert u.a. ein wenig auf den Leersaiten herum, stimmt die D-Saite tiefer und dann wieder höher. Wagner hat also gut beobachtet – die Gitarristen stimmen immer! Die Lauten Begleitung (Wagner_Beckmesser-Gitarre) findet man in der Originalpartitur ab Seite 410 (Partitur in der IMSLP Library).

Bei einer Aufführung in Wien wurde die Laute sehr zum Ärger von Wagner von einer Gitarre gespielt – wohl von Johann Dubez, der neben Violine und Harfe auch Gitarre spielte. Für die Rheingold Aufführung in Wien war Wagner dann aber doch auf die Mitwirkung von Dubez angewiesen – als Anführer der 6 Harfen (Orchesterbesetzung). Die Gitarre war Wagner viel zu leise – in späteren Aufführungen wurde die Laute durch eine spezielle Harfe ersetzt. Gegen die 16 Ambosse im Schlagwerk hatte die Gitarre keine Chance. Wagner wäre sicher von den modernen E-Gitarren begeistert gewesen. Eine Rheingold Aufführung mit E-Gitarren,  Keyboards und 16 Ambossen wäre  wohl eine schöne Aufgabe.

Guiseppe Verdi hat dagegen die Gitarre als Instrument des Volkes geschätzt und den einstimmigen (damit jeder mitsingen konnte) Gefangenenchor von einer  Orchester Gitarre   begleiten lassen.. Eine echte Gitarre setzt Verdi in Othello, Abu Hassan und im Falstaff (Original Partitur IMSLP Library) ein. Die Arie des Falstaff im 2. Akt wird in einer Giarrettiera (Gasthaus zum Strumpfband) eine frühe italienische Version eines Wellnesshotels, mit Begleitung einer Gitarre (13 Takte auf S. 232 in der Originalpartitur) gesungen. Verdi hat die Möglichkeiten der Gitarre offensichtlich sehr gut gekannt. Leider wird bei den meisten Aufführungen nur eine Gitarre herumgeschwenkt und die 13 Takte Gitarren Begleitung von den Geigen gespielt. Der Gitarrist ist der Sparwelle in den Opernhäusern zum Opfer gefallen. So mancher klassischer Gitarrist wäre aber wohl für einen kleinen Nebenverdienst dankbar und Verdi würde sich im Grabe freuen, daß sein Werk nicht verhunzt wird.

Falstaff_Gitarre

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Carl Maria von Weber setzt ein Gitarrenduo für die Romanze im Singspiel Donna Diana ein, das in Dresden 1817 uraufgeführt wurde (Transkription  für Gitarre Solo  Weber_Duetto_Solo ). In der Oper OBERON (Besetzung  ,Partitur) Originlpartitur S. 36 setzt Weber ebenfalls eine Gitarre ein, die aber nur ein paar Akkorde spielt. Weber hat aber recht viel Kammermusik für Gitarre geschrieben.

Hector Berlioz war ein sehr guter Gitarrist und spielte eine von Paganini signierte Gitarre. In der Jugend gab er Gitarrenunterricht und schrieb Stücke für seine Schülerinnen. In der Oper Béatrice et Bénédicte (IMSLP) wird der 2.Akt mit einem Trinklied des SOMARONE mit der guten Begleitung einer Gitarre (und auf den Tisch geklopften Weingläsern) eröffnet – Partitur 2. Akt S 195 -201. In der Partitur wird sogar eine IMROVISATION von den Musikern verlangt, das habe ich noch in keiner Oper gesehen.

Insgesamt gibt es aber nur wenige Stellen in Opern mit Gitarre. Dagegen gibt es sehr viele Bearbeitungen von Opernarien für Gitarre bei den Klassikern der Gitarre – man hat auch damals bevorzugt die „Schlager“ gespielt. Viele Noten findet man in der  Rischel & Birket-Smith Collection of Guitar Music der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen. Anspruchsvolle Bearbeitungen hat auch Tarrega veröffentlicht. Viele der Bearbeitungen wurden von Gitarristen gemacht, die auch in ihrem Heimatland niemand mehr kennt. Der kroatische Gitarrist Ivan Padovec hat eine ganze Reihe von Bearbeitungen veröffentlicht. Eine der ersten amerikanischen Gitarristinnen war z.B. Amelie Luigi, die eine Bearbeitung Minuetto from Fallstaff 1895 also nur 2 Jahre nach der Uraufführung der Oper veröffentlichte. Emilia Giuliani (die Tochter von Mauro Giuliani) hat ebenfalls viele Opern bearbeitet (Mit Preview Emilia Giuliani Noten)

Verdi_minuetto_FallstaffEs gäbe also genügend Material für ein unterhaltsames Programm für Gitarristen, die einmal etwas anderes also die üblichen Werke spielen wollen.

[Zum Vergößern auf Bild klicken]

 

Für die Transkription für die Gitarre eignen sich Opernarien mit einfacher Begleitung recht gut. Schwieriger wird es, wenn man typische Orchestermusik auf der Gitarre spielen will. Das fällt dann meist unter die Rubrik „Pädagogisch Wertvoll“ und ist allenfalls in die Einführung von Schülern in die Orchestermusik geeignet. Ein Beispiel ist die Ouvertüre zur Oper Libuse von Bedrich Smetana (Partitur IMLSP Library, Youtube – Orchester), die sehr von den Klangfarben des Blechs, der Oboe und der Flöte geprägt wird. Die folgende Transkription für Gitarre Solo eignet sich als Übung für die Erzeugung verschiedener Klangfarben auf der Gitarre.  Smetana_Libuse_Auszug (PDF)

Mahler Gitarre

Mahler 7.Symphonie Gitarre

Gustav Mahler setzt eine Gitarre (PDF) zusammen mit anderen exotischen Instrumenten im 4. Satz, der Nachtmusik in der 7. Symphonie (ab Takt 170) ein. In den ersten drei Sätzen der Symphonie hat der Gitarrist Pause. Auf YouTube gibt es eine Aufnahme der 7. Symphonie der New York Philharmonic/Leonard Bernstein, bei der die Partitur angezeigt wird (Audio and Score). Der Teil mit Gitarre in der Nachtmusik findet sich bei 49:17 sec. Selbst mit guten Kopfhörern werden auch Kenner die Gitarre kaum hören.

 

Neuer Gitarrenbauer im Raum Böblingen – Stuttgart

Thomas Eichert Gitarrenbau Aidlingen

Thomas Eichert
Gitarrenbau Aidlingen

Gitarrenbauer für klassische Gitarren sind im Raum Böblingen-Stuttgart rar.  Thomas Eichert hat vor etwa zwei Jahren seine neue Werkstatt in Aidlingen bei Böblingen eröffnet. Passend zur Nähe zum Mercedes Werk in Sindelfingen baut Thomas Eichert klassische Gitarren in der „Mercedes Klasse“ (Preise auf Anfrage!) u.a. verwendet er auch Hightech, eine numerisch gesteuerte Maschine speziell für die Formen seiner Gitarren.  Thomas Eichert hat 1994 in Markneukirchen seinen Meister gemacht, längere Zeit bei Hanika in der Werkstatt gearbeitet und jede Menge Erfahrungen gesammelt. Mit seinen Verbindungen hat er keine Probleme gehabt, sich die hochwertigen, lange gelagerten  Hölzer für den Start zu besorgen u.a. durch Aufkauf von Beständen von Gitarrenbauern in Markneukirchen, die altershalber ihren Betrieb aufgegeben haben. Dies ist besonders wichtig für Rio Palisander, der nur noch verwendet werden kann, wenn es vor 1992 erworben wurde (CITES Artenschutz).

Wie bei echten Meistergitarren üblich werden jeweils nur drei bis vier Gitarren im Auftrag gleichzeitig gebaut – das dauert typisch 3 Monate. Die fertigen Gitarren sind dann nur kurz in der Werkstatt, wo Interessenten sie anspielen können. Ich durfte neulich ein klassisches Modell mit Fichtendecke kurz anspielen – die beste neue Gitarre, die ich in den letzten Jahren unter den Fingern hatte (ein Freund von mir hat sie erworben).

Sehr wahrscheinlich wird Thomas Eichert eine seiner Gitarren bei den Internationalen Gitarrenfestspielen Nürtingen 2016 (29. Juli – 6.August) vorstellen.  In Nürtingen kann man die Gitarren der verschiedenen Gitarrenbauer aus dem In- und Ausland selbst vergleichen oder die von Solisten gespielten Gitarren bewerten. Das gibt es soviel ich weiß nur in Nürtingen.

Sofern Zeit bleibt, macht Thomas Eichert auch Reparaturen hochwertiger Gitarren z.B. kleinere Reparaturen an meiner Paco de Lucia Gitarre von Faustino Conde, Baujahr 1979. Unfachmännische Reparaturen könnten so ein gutes Stück schnell wertlos machen!

Nachtrag 10.8. 2016 Diese „Eichert Supergitarre“ hat im Gitarrenvergleich beim Gitarrenfestival 2016 in Nürtingen den ersten Platz gegen die internationale Konkurrenz und bei Meistergitarristen in der Jury belegt. Das ist ein Ritterschlag für den jungen Gitarrenbauer.

Unterricht für klassische Gitarre im Internet

Weissgerber_Sammlung

Der Himmel hängt voller Gitarren

Das Gitarrenspiel lernt man am leichtesten und am effizientesten mit einem guten Gitarrenlehrer im Einzelunterricht. Leider kann sich nicht jeder das leisten oder findet keinen guten Gitarrenlehrer in der Nähe, bei dem das Lernen auch Spaß macht. Millionen von Gitarristen bringen sich das Gitarrenspiel selbst bei und nutzen dabei die Unterstützung im Internet.

Auch für erfahrene Spieler ist es wichtig auch mal eine andere Meinung zu hören oder Anregungen zu bekommen, wenn man nicht genug Zeit für regulären Unterricht aufbringen kann. Professionellen auch pädagogisch fundierten Unterricht findet man in Deutschland noch relativ selten während amerikanische Gitarristen Methoden für das Internet und Nutzung von Skype im Unterricht zum Teil schon in der Ausbildung praktizieren. Einer meiner Favoriten ist Allen Matthews (spielt eine Duran Gitarre wie ich), der den  ClassicalGuitarShed betreibt und ein Komplettangebot für Gitarrenunterricht im Web anbietet. Seine Newsletters sind immer interessant (Sign Up for Email). Unterrichtssprache ist Englisch – ein ähnlich gutes Angebot für klassische Gitarre in Deutsch habe ich bisher noch nicht gefunden.

Auch Gitarristen sollten ab und zu über Griffbrett und Schalloch hinaussehen – von den Streichern können Gitarristen viel lernen. Gute Tipps zum Musizieren und Üben gibt es im BogenBalance Blog.

Beispiel: Der Gummibärchen Trick beim Üben.