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Xerxes mit Lauten und Barockgitarre an der Oper Frankfurt

An der Oper Frankfurt hatte die Händel Oper Xerxes am 8. Januar, 2017 Premiere und steht jetzt auf dem Spielplan. Das Orchester spielt mit einer „Rhythmus“ Gruppe mit Lauten und Barockgitarre. Dadurch erhält man ein authentisches Klangbild und viel historischen „Drive“. Aufführungen mit konventioneller Besetzung wirken dagegen langweilig. Die Oper Frankfurt kombiniert die historische Musik mit einer modernen Aufführung. Sehenswert!

Ich habe in der Tradition der Gitarristen (Gitarre und Oper) den Ohrwurm der Oper Xerxes „Ombra mai fu“ für Gitarre Solo Ombra mai fu – Gitarre Solo und für Gitarre Duo Ombra mai fu – Gitarre Duo gesetzt. Xerxes war offenbar der erste „Grüne“ auf dem Thron. Er ließ die wunderbare Platane, die in der Aria besungen wird, mit Gold behängen und von Soldaten bewachen. Nachdem ein Sturm seine gerade fertiggestellten Brücken über die Dardanellen zerstörte, ließ er das Meer auspeitschen und die leitenden Ingenieure des Brückenbaus köpfen. Darüber gibt es aber leider keine Arie.

Duo Kowalska/Berula  (Tschechien) Barockgitarre und Theorbe  Canarios (YouTube)

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Schloss mit Barocktheater

Eine Reise wert ist das vollständig erhaltene Barocktheater in Cesky Krumlov (das scheinen aber nur die Japaner zu wissen). Da kann man noch die vollständig erhaltene barocke Theater-Maschinerie in Aktion sehen. Historische Aufführungen gibt es da aber nur selten im Sommer:  Schloßtheater in Český Krumlov

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Wirklich „verrückte“ Gitarren von Yorgos Kertsopoulos

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Beispiel Harp Guitar

Griechenland wird von den meisten Gitarristen sicher nicht als wichtiger Teil der Gitarrenszene gesehen. Es lohnt sich aber einmal über den West-Ost Gartenzaun zu blicken. Durch Zufall bin ich auf Videos der griechischen Gitarristin Smaro Gregoriadou von Händel’s Variationen über „Harmonius Blacksmith“ und eine Scarlatti Sonate gestossen. Das wird exzellent gespielt – auch mit dem kleinen Finger der rechten Hand!

 

Bei näherem Hinsehen bemerkt man eine spezielle Gitarre. Smaro Gregoriadou spielt Händel auf einer hochgestimmten „Pedal-Guitar“ und Scarlatti auf einer Gitarre mit 11 Saiten (Pedal Double Course) von Yorgos Kertsopoulos. Damit erreicht man ein größeres Klangspektrum ähnlich wie auf einer Barock- Gitarre oder einer modernen zwölfsaitigen Gitarre. Der Klang ähnelt dem Klang eines Cembalos. Yorgos Kertsopoulos, Gitarrist und Gitarrenbauer,  hat aber eine ganze Serie von Erweiterungen nd Veränderungen für die Gitarre entwickelt (Beispiel mit Pedalen u.a.).  Er stellt auch spezielle Saiten mit modernen Materialien selbst her. Auf seiner Website findet man eine große Zahl von wirklich innovativen und zum Teil auch skurrilen Erweiterungen für die Gitarre. (Achtung die Navigation auf der Seite ist gewöhnungsbedürftig – am besten man verwendet die Bild-Tasten zum scrollen). Dazu gibt es Klangbeispiele für die verschiedenen Modelle. Interessant ist sein „Pedal“ (ähnlich wie beim Klavier) für die Gitarre zum Dämpfen der Obertöne. Ähnlich kann man mit einer leicht gebauten  „Normalgitarre“ den Boden der Gitarre mit Oberkörper oder Bauch dämpfen und dämpft damit die hohen Töne. Der Effekt werden die meisten Zuhörer aber wohl nicht wahrnehmen.

Barocke Zupfinstrumente bei den Innsbrucker Festwochen der alten Musik

Der Dirigent Alessandro Di Marchi läßt bei den Innsbrucker Festwochen der alten Musik in der Oper La Stellidaure Vendicante von Francesco Provenzale  ein großes Arsenal von Barockinstrumenten (Gitarren, Colascione, Mandolinen usw) sowie viele Perkussionsinstrumente auffahren, die einen Eindruck von der Aufführungspraxis in Neapel vermitteln (Video mit Kommentaren). Solche Aufführungen sind nur möglich weil es inzwischen Gitarristen und Lautenisten gibt, die diese Musik professionell spielen können. Man kann fast von einer Renaissance speziell der Gitarre in der Alten Musik Szene sprechen.

Gitarristen, die „nur“ auf der Gitarre begleiten, sollten sich diese Musik mal anhören und ansehen. Dann erkennt man, dass die „Begleiter“ in der Tradition der barocken Musiker spielen. Eine gute Begleitband mit Gitarre, Bass und Schlagzeug ist eigentlich nichts anderes als eine barocke Basso Continuo Gruppe mit modernen Instrumenten.